FCI-Standard N° 225
Fila Brasileiro
Übersetzung:
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Frau Diana Hermann/Club
für Molosser e.V.
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Ursprung:
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Brasilien
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Datum der Publikation
des gültigen Originalstandards:
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12.01.1993
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FCI-Klassifikation:
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Gruppe 2 Pinscher
u. Schnauzer,Molosser u. Schweizer Sennenhunde
Sektion 2.1. Molosser,doggenartige Hunde - Ohne Arbeitsprüfung
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Allgemeine Gestalt:
Typisch molossoide Rasse. Kraftvolle Knochen, rechteckiger Aufbau,
kompakt dennoch harmonisch und gut proportioniert. Zu seiner Schwere
gesellt sich eine leicht erkennbare Behendigkeit. Hündinnen müssen
ausgesprochen feminin sein, was sie auf den ersten Blick von einem Rüden
unterscheidet.
Charakter und Wesen:
Ein bedeutender Teil seiner Charakteristika sind Mut, Entschlossenheit
und herausragende Tapferkeit. Er ist seinem Besitzer und dessen Familie
gegenüber fügsam und Kindern gegenüber äußerst
tolerant. Seine Treue wurde in Brasilien sprichwörtlich. Er sucht
immer die Gesellschaft seines Herrn. Einer seiner Wesenszüge ist
sein Mißtrauen (orig. ojeriza) Fremden gegenüber. Er ist von
Haus aus ruhig, sein Selbstbewußtsein und sein Selbstvertrauen werden
weder durch unbekannte Geräusche noch durch eine neue Umgebung erschüttert.
Er ist als Wachhund unübertroffen, vom Instinkt her ein Jagdhund
für Großwild und ein Hütehund für Rinderherden.
Bewegung:
Sollte ausgreifend und elastisch sein. Sein geschmeidiger Schritt
erinnert an die Bewegung großer Katzen. Sein Hauptmerkmal Ist
der Paßgang - eine Gangart im Zweiertakt, bei dem sich die Läufe
einer jeden Seite vollkommen gleichmäßig als Paar vorwärts
und rückwärts bewegen. Dies ergibt eine rollende und schaukelnde
Bewegung des ganzen Hundes (der sogenannte "Kamelpaßgang"), betont
entlang der gesamten oberen Linie bis hin zur Rute. Im Schritt wird
der Kopf tiefer als der Rücken getragen. Der Fila zeigt einen geschmeidigen,
freien und mühelosen Trab mit kraftvoller Schritten. Der Galopp
Ist kraftvoll und zeigt eine für einen so großen und schweren
Hund ungeahnte Geschwindigkeit. Aufgrund seines typisch molossoiden
lockeren Aufbaus hat man beim Bewegungsablauf des Filas den Eindruck,
er könne sofort und sehr schnell die Richtung ändern. Dies ist
wirklich der Fall.
Ausdruck:
In Ruhestellung gelassen, erhaben und voller Selbstvertrauen. Zeigt
niemals einen gelangweilten oder abwesenden Ausdruck. Ist die Aufmerksamkeit
erregt, spiegelt sein Ausdruck Entschlossenheit und Wachsamkeit, gepaart
mit einem entschlossenen Blick, wieder
KOPF:
Der Fila Kopf ist groß, schwer, wuchtig, dabei immer in guter
Proportion zum gesamten Körper. Von oben gesehen ähnelt er
einem Trapez in das der Kopf in Form einer Birne eingepaßt ist.
Von der Seite betrachtet sollten Fang und Schädel ein Verhältnis
von ungefähr 1:1 (eins zu eins) aufweisen, wobei der Fang ganz
wenig kürzer als der Schädel ist.
Schädel:
Im Profil beschreibt der Schädel eine sanfte Kurve vom Stop
zum Hinterhauptstachel, dieser ist ausgeprägt, insbesondere bei
Welpen. Von vorne betrachtet ist der Schädel groß, breit,
die obere Linie leicht gewölbt. Die Seitenlinien verlaufen senkrecht
nach unten, dabei in einem Bogen, der sich in Fangrichtung verjüngt.
Zeigt nie einen Stop.
Stop:
Insbesondere von vorne betrachtet nicht vorhanden. Die Mittelfurche
ist leicht ausgeprägt und steigt sanft nach oben an. Von der Seite
gesehen ist der Stop gering, schräg und wird in Wirklichkeit nur
durch die gut entwickelten Augenbrauen geformt.
Fang:
Kräftig, breit und tief, immer im Einklang mit dem
Schädel. Von oben betrachtet ist er unter den Augen gut ausgefüllt,
verjüngt sich bis zur Mitte des Fanges und wird darin bis zum Ende
des Fanges hin wieder geringfügig breiter. Von der Seite betrachtet
ist der Fang gerade oder leicht abwärts gebogen (Römische Nase),
aber niemals aufwärts gebogen. Die Vorderseite des Fangs ist fast
lotrecht, mit einer Vertiefung genau unterhalb der Nase und bildet so
mit der Oberlippe einen perfekten Bogen. Oberlippe dick, hängend, über
die Unterlippe fallend und formt so die Unterlinie des Fangs, diese ist
nahezu parallel zur oberen Linie des Fangs. Lippenränder immer sichtbar.
Unterlippe bis zu den Fangzähnen eng am Kieferknochen anliegend, von
da an lose mit gezahnten Rändern. Der Fang ist am Ansatz sehr tief,
die Tiefe ist. aber nicht größer als die Länge des Fangs.
Die Lippenränder formen umgekehrtes "U".
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Nase:
Gut entwickelte, weite Nasenlöcher, die nicht ganz die breite
des Kief5erknochens haben.
Farbe: Schwarz.
Augen:
Mittelgroß bis groß, mandelförmig, ziemlich weit
voneinander und mittel bis tief gebettet. Erlaubte Augenfarbe: von Braun
bis gelb – immer in Übereinstimmung mit der Farbe des Haarkleides.
Ohren:
Hängend, groß, dick, V-förmig. Breit am Ansatz, sich
zur Spitze hin verjüngend. Abgerundete Spitzen. Am hinteren Teil
des Schädels, in Ruhestellung in Höhe der Augen, angesetzt.
Im Affekt befinden sich die Ohren oberhalb dieser Ursprünglichen Position.
Der Ohransatz der Vorderkante ist höher als der der Hinterkante.
Die Ohren sind hängend an der Wange anliegend oder zurückgefaltet
und lassen dann das Innere des Ohres sichtbar werden.
Gebiss:
Die Zähne sind breiter als lang, kräftig und weiß.
Die oberen Schneidezähne sind an der Wurzel breit und an den Kanten
scharf. Die Fangzähne sind kraftvoll, gut und weit voneinander in
den Kiefer eingesetzt. Das ideale Gebiß ist das Scherengebiss, ein
Zangengebiss ist jedoch zulässig.
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Hals:
Außergewöhnlich kräftig und bemuskelt, er wirkt kurz.
An der Oberseite leicht gebogen und gut vom Kopf abgesetzt. Kehlwamme.
Oberlinie:
Widerrist in leicht abfallender Linie, aufgrund des Abstandes der
Schulterblätter voneinander sehr weit auseinander. Widerrist niedriger
als die Kruppe. Hinter dem Widerrist ändert die Oberlinie ihre
Richtung und steigt zur Kruppe sanft an. Die Rückenlinie zeigt
keinerlei Anzeichen eines gekrümmten oder eines Senkrückens.
Kruppe:
Breit und lang, bildet mit der Horizontalen einen Winkel von annähernd
30°, leicht gerundet. Die Kruppe ist ein wenig höher als der
Widerrist. Von hinten betrachtet ist die Kruppe etwa so breit wie der
Brustkorb, bei Hündinnen darf sie breiter sein.
Gebäude:
Stark, breit und tief, mit dicker und loser Haut bedeckt. Der Brustkorb
ist länger als der Hinterleib. Die Länge des Körpers
entspricht der Höhe zuzüglich 10%, wobei von der Schulter bis
zum hintersten Punkt der Hinterbacke gemessen wird.
Brustkorb:
Gut gewölbte Rippen, diese Wölbung darf allerdings die
Position der Schulter nicht beeinträchtigen. Tiefe und geräumige
Brust, die bis zu den Ellenbogen reicht. Sehr deutliches Brustbein.
Lendenpartie:
Kürzer und nicht so tief wie der Brustkorb. Lendenpartie und
Brustkorb sind deutlich voneinander abgesetzt. Bei Hündinnen sind
die Flanken im unteren Bereich besser entwickelt. Von oben gesehen ist
die Lendenpartie schmaler als Brustkorb und Kruppe, sie sollte aber keine
Taille bilden.
Untere Linie:
Langgestreckte Brust mit einer zum Boden, auch in allen Verlängerungen
der Brust parallel verlaufende Linien. Bauchlinie nach hinten hin gering
ansteigend, jedoch nicht Whippet-ähnlich.
Vorhand:
Die Schulterpartie sollte von zwei gleichlangen Knochen gebildet
werden (Schulterblatt und Oberarmknochen). Das Schulterblatt bildet mit
der Horizontalen einen Winkel von 45°, mit dem Oberarmknochen einen
Winkel von 90°. Die Verbindung von Schulterblatt und Oberarmknochen
bildet das Schultergelenk. Dieses befindet sich auf einer Höhe mit
der Vorbrust, jedoch geringfügig dahinter. Im Idealfall befindet sich
das Schultergelenk auf halber Höhe von der Unterkante der Brust zum
Widerrist. Eine gedachte Senkrechte vom Widerrist sollte den Ellenbogen
berühren und den Fuß erreichen.
Läufe:
Kräftige Knochen, Läufe parallel, bis zum Vordermittelfuß
gerade. Vordermittelfußknochen kurz, sichtbar kräftiges,
leicht gebogenes Vorderfußwurzelgelenk. Die Länge der Läufe
vom Boden bis zu den Ellenbogen ist 50% der Höhe vom Boden bis
zum Widerrist.
Pfoten:
Kräftige und gut aufgeknöchelte Zehen, diese sind nicht
zu dicht geschlossen. Ballen dick, breit und tief. Im Idealfall zeigen
die Pfoten gerade nach vorne. Starke dunkle Zehennägel, weiße
Nägel sind dann zulässig, wenn die Haarfarbe der Zehen oder
der Pfoten weiß ist.
Hinterhand:
Weniger schwere Knochen als bei den Vorderläufen, jedoch niemals
insgesamt eine leichte Knochensubstanz. Die Oberschenkel sind aufgrund
der starken Bemuskelung gerundet. Diese Muskeln kommen vom Darmbein (Illium)
und Sitzbein (Ischium), diese bilden die Außengrenze der HInterhand.
Aus diesem Grund muß das Sitzbein (Ischium) eine gute Länge
haben. Hinterläufe parallel, kräftige Sprunggelenke, Hintermittelfuß
leicht gebogen und höher als der Vordermittelfuß. Knie-
und Sprunggelenk mäßig gewinkelt.
Hinterpfoten:
Ein wenig mehr oval als die Vorderpfoten, aber ansonsten gilt die
gleiche Beschreibung. Sollte keine Afterkrallen (fünfte Zehe) haben.
Rute:
Sehr breit am Ansatz, mittelmäßig angesetzt, verjüngt
sich ab Höhe der Sprunggelenke deutlich. sofern der Fila aufgeregt
ist wird die Rute hoch getragen und die Biegung an der Spitze ist stärker
betont. Sollte nicht über den Rücken gerollt getragen werden.
Grösse:
Schulterhöhe:
Rüden: 65 bis 75 cm
Hündinnen: 60 bis 70 cm.
Gewicht:
Rüden: Minimum 50 kg
Hündinnen: Minimum 40 kg.
Farbe:
Alle einfarbigen mit Ausnahme der disqualifizierenden Farben (weiß,
mausgrau, sowie gefleckt und Merlefaktor) erlaubt. Komplett gestromte
Filas können sowohl hellere, wie auch sehr dunkle Stromung aufweisen.
Eine schwarze Maske kann, aber muß nicht vorhanden sein.
Bei allen erlaubten Farben dürfen weiße Abzeichen
an den Pfoten, der Brust und an der Rutenspitze vorhanden sein. Ansonsten
an jeder anderen Stelle unerwünscht. Weiße Markierungen, die
mehr als ein Viertel des Körpers bedecken, müssen bestraft
werden.
Haut:
Eines der wichtigsten Rassekennzeichen ist die dicke, lose Haut,
die den ganzen Körper bedeckt. Sehr lose am Hals, dies bildet die
Kehlwamme, am Brustbein und am Bauch. Einige Filas haben eine Falte
an den Seiten des Kopfes, oder am Widerrist, diese Falte läuft
bis zur Schulter hinab. Ist der Fila in Ruhestellung, ist der Kopf
frei von Faltenbildung. Sobald seine Aufmerksamkeit erregt wird bilden
sich durch Zusammenziehen der Haut kleine Falten in Längslinien
auf dem Schädel.
Haarkleid:
Kurz, glatt, dicht und straff am Körper anliegend.
Allgemeine
Fehler: Kryptorchismus oder Versuch mit Hilfe künstlicher
Mittel bestimmte Wirkungen zu erzielen, Albioismus, Typmangel, etc.
Disqualifizierende
Fehler:
Aggressivität gegenüber seinem Besitzer.
Feigheit.
Rosa Nasenschwamm.
Rückbiß.
Vorbiß, bei dem die Zähne bei geschlossenem Fang
sichtbar sind.
Fehlen eines Fangzahns oder eines Molars, mit Ausnahme des
M3.
Blaue Augen (Porzellanaugen).
Kopierte Ohren oder kopierte Rute.
Kruppe niedriger als Widerrist.
Weiße Filas, mausgraue, gefleckte und Filas mit Merlefaktor.
Zu geringe Schulterhöhe (unter 65 cm bei Rüden, unter
60 cm bei Hündinnen).
Mangel an loser Haut.
Fehlender Paßgang.
Sehr schwere
Fehler:
Kleiner Kopf.
Trockene Oberlippe (ohne Belefzung).
Deutlicher Stop, wenn von vorne betrachtet.
Hervortretende Augen.
Fehlen von zwei Zähnen, mit Ausnahme der P1.
Fehlende Wamme.
Apathisch oder furchtsam.
Schußscheue (Negatives verhalten beim Schuß).
Karpfenrücken.
Gerade, nicht zur Hinterhand ansteigende Rückenlinie.
Bauch zu stark aufgezogen.
Kuhhessigkeit.
Mangelhafte Hinterhandwinkelung (gerade Sprunggelenke).
Schwache Knochen.
Fehlende Substanz.
Übergröße (mehr als 75 cm bei Rüden, mehr
als 70 cm bei Hündinnen).
Weiße Abzeichen, die mehr als ein Viertel des - Körpers
bedecken.
Mangelnde Pigmentierung der Augenränder
Runde Augen
Quadratische Gestalt.
Schwere
Fehler:
Kurzer Fang.
Kleine Ohren.
Hoch angesetzte Ohren.
Übermäßig helle Augen.
Faltenbildung am Schädel wenn der Fila in Ruhestellung
ist.
Vorbiß.
Fehlen von zwei Zähnen.
Eine horizontale Befaltung unterhalb der Kehle die keine Wamme
ist.
Senkrücken.
Schmale Kruppe.
Über den Rücken gerollt getragene Rute.
Zu geringe Brusttiefe.
Jegliche Abweichung bei Vorder- oder Hintermittelfuß.
übertrieben gewinkeltes Sprunggelenk.
Kurztrittig (fehlender Raumgriff).
Leichtere
Fehler: Alles was im Widerspruch zum Standard steht.
Anmerkung:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Skrotum befinden.
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